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Beim Handel mit Finanzinstrumenten entscheidet die Strategie meist über den Gewinn. Planloses Handeln ist reines Glücksspiel, was meist zum Verlust des Einsatzes führt. Das gilt auch für das Trading binärer Optionen. Der Handel mit binären Optionen unterliegt einfachen und klaren Regeln. Gegenüber Forex- und CFD-Produkten haben diese sogenannten „Alles oder Nichts“-Optionen den Vorteil, dass kein Ausstoppen notwendig wird, weil die Kursentwicklung während der Laufzeit nicht relevant ist (Ausnahme Touch Optionen) und die Abrechnung erst am Ende der Laufzeit erfolgt. Die binäre Option kann bei Verfall nur „im Geld“ landen und eine vorbestimmte Rendite ermöglichen oder „aus dem Geld“ sein, was für den Trader einen Verlust des Einsatzes zur Folge hat.

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Einige Binäre Optionen Broker ermöglichen das vorzeitige Schließen von Positionen, um Gewinne vorzeitig mitzunehmen oder um Verluste zu begrenzen. Zum persönlichen Risikomanagement wird häufig eine Verlustabsicherung angeboten, sodass im Verlustfall 5 bis 25 Prozent des Einsatzes zurückerstattet werden.

Erzielbare hohe Renditen beim Binäre Optionen Trading sind die eine Seite. Die andere Seite: Auszahlungen zwischen 165 bis 190 Prozent gibt es nur dann, wenn die binäre Option bei Ablauf im Geld landet. Kein Trader kann in die Zukunft schauen und mit absoluter Sicherheit die Kursentwicklung eines Basiswertes vorhersagen. Durch den Einsatz einer Handelsstrategie kann Wahrscheinlichkeit des Eintreffens einer Prognose deutlich erhöht werden. In der Regel bieten Broker ihren Kunden eine Reihe von Möglichkeiten zur technischen Analyse, beispielsweise um Kurstrends zu entdecken. Trader können mit der Trendfolgestrategie auf das Fortbestehen des Trends spekulieren.

Eine andere Strategie ist die Kontra Trend Strategie. Dabei geht es darum, Entscheidungen gegen den aktuellen Trend abzugeben. Selbst wenn sich eine Kursentwicklung in einer klaren Tendenz zeigt und der Kurswert sich regelmäßig erhöht, kann es zu kleinen Kurseinbrüchen kommen. Eine bekannte Börsenweisheit besagt: Auch in Phasen eines deutlichen Trends gibt es Momente, wo sich der Kurs entgegen des Trends bewegt.

Aus der Sicht eines Mathematikers besteht eine größere Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Kursverlauf mit dem Trend verläuft und eine Kursumkehr eher unwahrscheinlich ist. Dabei bleiben allerdings wesentliche Faktoren bzw. Handelssignale unberücksichtigt.

Wie wichtig sind Handelssignale bei der Kontra Trend Strategie

chart1Die Ursachen für einen umkehrenden Trend sind vielfältig. So können beispielsweise politische Ereignisse oder finanzpolitische Entscheidungen zu plötzlichen Kursbewegungen führen. Nach der Beruhigung der Lage setzt sich ein allgemeiner langfristiger Trend möglicherweise fort. Grundsätzlich müssen Trader den Markt ständig genau beobachten, beispielweise um Kurse mit Korrekturpotential aufzuspüren. Bei der richtigen Vorhersage einer Kurskorrektur können sie mit der Kontra Trend Strategie eine hohe Rendite erzielen.

Beim Spekulieren ist es normal, dass Kursentwicklungen Über- und Untertreibungen unterliegen. Trader können mit einem kurzzeitigen Bruch der Trendlinie profitieren. Es gibt Trends, die durch Übertreibungen ohne Bezug zum realen Markt am Leben erhalten werden. Sie enden spätestens dann, wenn die Blase platzt. Wenn der Trader diese Entwicklungen erkennt, kann er die Kontra Trend Strategie erfolgreich nutzen. Es gibt einige Signale, die frühzeitig Hinweise auf einen Trendwechsel liefern. Einen Nachteil besitzt die Strategie beispielsweise gegenüber der Trendfolgestrategie. Obwohl die Trefferquote geringer ist, ist die Rendite trotz des gestiegenen Risikos nicht höher.

Die Kontra Trend Strategie eignet sich sowohl für den kurzfristigen als auch langfristigen Handel mit digitalen Optionen. Beim kurzfristigen Handel mit binären Optionen gibt es den Vorteil, dass nur der Kurs beim Verfall der binären Option entscheidend ist. Die Schwierigkeit wiederum besteht darin, eine passende Laufzeit der Option zu bestimmen. Niemand kann trotz vieler Signale mit Sicherheit vorhersagen, wann eine Trendumkehr, auch nur für kurze Zeit, tatsächlich erfolgt.

Wie erhalten Trader Handelssignale?

fragezeichenMit Handelssignalen können sich Trader auf unterschiedliche Weise versorgen. Chartangebote gibt es in der Regel bei jedem Binäre Optionen Broker. Da diese nicht grundsätzlich allen Ansprüchen genügen, können Trader sich Signale mithilfe einer entsprechenden Chart-Software weiterer Anbieter bzw. Signalgeber aufzeigen lassen. Teilweise werden Signale nur unter Bedingungen oder gegen Gebühr zur Verfügung gestellt. Die Basis jeder Signal Software bilden messbare Zahlenwerte. Alle anderen nicht quantifizierbaren Faktoren bleiben von vornherein außeracht. Eine gute Software erzeugt Signale für Basiswerte für binäre Optionen (Aktien, Währungspaare, Indizes und Güter) mit einer im Durchschnitt über 70 Prozent liegenden Genauigkeit. Folgt der Trader diesen Signalen, erfährt er zum Ablauf der Option, ob er Gewinn gemacht hat. Eine Genauigkeit der Signale von 70 Prozent bedeutet, dass es ein Risiko von 30 Prozent für eine falsche Prognose gibt.

In den Portfolios der meisten Broker finden sich zudem verschiedene Hilfsmittel, mit denen Handelsentscheidungen vorbereitet werden können. Dazu gehören aktuelle politische News und Wirtschaftsnachrichten zu allen wichtigen Aktien-, Devisen- und Rohstoff-Märkten. Einige Broker veröffentlichen die Trades erfolgreicher Trader oder bieten die Gelegenheit, deren Strategien zu kopieren.

Die richtigen Schlüsse aus Handelssignalen ziehen

lupeFür Signale können vom Trader Charts und weitere Analysetools eingesetzt werden. Wie bei anderen Strategien kommt es auf das Lesen des Kurscharts an. Dort werden Signale sichtbar, die für den Einsatz einer Kontra Trend Strategie oder für eine andere Strategie sprechen.

Ein Signal ist der Kreuzwiderstand. Bekanntlich gibt es bei einem Chart einen Widerstand und eine Unterstützung. Diese beiden Linien spiegeln konkrete Aktionen der Anleger wider. Die Widerstandslinie befindet sich als imaginäre Linie über dem Kurshoch.

Die Kontra Trend Strategie bietet sich dann, wenn diese Linie über einen längeren Zeitraum bestand hat bzw. nicht gebrochen wird. Das gleiche Prinzip wird bei einer Unterstützungslinie benutzt. Die Unterstützung erscheint unterhalb des Kurstiefs, wobei sie gleichfalls nicht durchbrochen wird.

Zeigt sich die Linie über eine längere Zeit konstant ohne Unterbrechung, liegt ein Trend vor. Daher wäre die Trendfolgestrategie eine denkbare Möglichkeit. Der Trader kann seine Option alternativ gegen den Trend platzieren.

Es gibt allerdings eine Schwierigkeit beim Kreuzwiderstand, denn der Trader muss den passenden Zeitpunkt für den Kauf einer binären Option bestimmen. Ein weiteres Signal neben dem Kreuzwiderstand zeigt sich mit dem Durchbrechen der Trendlinie. Auf dem Chart zeigt sich das als ein Zacken, entgegengesetzt zum Trend verlaufend. Ob eine wirkliche Trendumkehr vorliegt, kann man an der Größe des Zackens ablesen.

Mit zunehmender Größe des Zackens ist ein Bruch des Trends wahrscheinlich. Mithilfe zweier imaginärer Linien kann der Trader feststellen, ob die Größe des Zackens eine eher gewöhnliche Form aufweist, was gegen ein Brechen des Trends sprechen würde. Die imaginären Linien müssen den jeweiligen Kursverlauf tangieren.

Eine weitere technische Chartformation ist die Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Diese gibt dem Trader Auskunft über die weitere Kursentwicklung eines gehandelten Basiswertes.

Unter den Analyseexperten gilt sie als eine allgemein anwendbare Umkehr-Formation. Wenn auf dem Chartbild eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation ablesbar wird, ist mit einer Umkehr des bis dahin in dem Basiswert vorherrschenden Trends zu rechnen.

Verkaufssignale zeigen sich bei einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation, wenn der Chart eine Formation mit drei Zwischenhochs aufweist, wobei das Mittlere das maximale Kursniveau erreicht. Die Flanken bilden zwei tiefere auf gleicher Ebene befindliche Zwischenhochs. Fällt der Kurs von der rechten Schulter unter das Niveau der Nackenlinie zurück, entsteht ein Verkaufssignal. Trader setzen auf fallenden Kurs des Basiswertes ihrer binären Option. Ein Kaufsignal entsteht demnach bei einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation, die spiegelverkehrt auftritt. Sichtbar wird es an der rechten Schulter, wenn hier der steigende Kurs die Nackenlinie nach oben durchbricht.

Manche Trader nutzen für die Analyse einer Trendumkehr Candlesticks oder OHLC-Stäbe. Wenn die grünen Stäbe (Aufwärtstrend) auf die Farbe Rot wechseln, wird der Kurs des Basiswertes tiefer schließen, als er bei der Eröffnung war. Damit könnte die Trendumkehr bevorstehen.

Wer eine Kontra Trend Strategie anwendet, sollte das unterschiedliche der Kurse berücksichtigen. Bei Aktien, Aktienindizes und Rohstoffen steigen die Kurse oft langsam über eine gewissen Zeitraum, um plötzlich wie ein Stein zufallen. Bei Währungen gelten andere Spielregeln, denn der Kurs kann in beide Richtungen (Hoch/Tief) ausschlagen und stärkere Gegentrends bilden.

Binäre Optionen: Anwendung der Kontra Trend Strategie

Generell ist das Durchführen einer Kontra Trend Strategie einfacher mit Verkaufs-Optionen im steigenden Aktienmarkt, schwerer mit Kauf-Optionen im fallenden Aktienmarkt. Bei Währungspaaren spielt die Richtung meist keine Rolle. Bei binären Optionen kommt es sehr auf die Wahl der richtigen Laufzeit an. Mit dem Kauf der Option muss der Gegentrend beginnen, da die Option anderenfalls mit großer Wahrscheinlichkeit verloren geht.

Eine der Richtungen lässt sich mit klassischen Derivaten aufstocken, wobei das dank des Feature Ladder (Leiter) auch mit binären Optionen geht. Wegen der komplizierten Handhabung ist das Feature nur den Profis zu empfehlen.

Häufig wenden Trader die Kontra Trend Strategie bei kurzfristigen Optionen mit Laufzeiten von 30, 60 oder 120 Sekunden an. Sie spekulieren mit kurzen Gegentrends konträr zum allgemeinen Trend. Die Turbo-Option wird gewinnen oder einen Einsatzverlust bescheren. Trader gehen berechtigterweise davon aus, dass ein Haupttrend durch kurze Gegentrends gekennzeichnet ist.

Die Wahrscheinlichkeit für Gegentrends ist sogar sehr hoch. Wenn ein Haupttrend längere Zeit ununterbrochen nach oben gelaufen ist, ist ein Gegentrend wahrscheinlich. Für den Erfolg einer Kontra Trend Strategie beim Turbo-Trading reicht eine kurze Dauer von ein bis zwei Minuten aus. Diese Strategie kann auch beim längerfristigen Handel eingesetzt werden. Dazu positioniert der Trader eine Call-Position im Haupttrend, die laut Prognose im Gewinn endet. Das Buchen einer Put-Option könnte ihm einen Zusatzgewinn bescheren, wenn die Kontra Trend Strategie insgesamt funktioniert.

Fazit zur Kontra Trend Strategie

Die Kontra Trend Strategie ist in vielen Märkten anwendbar. Kein Markt bewegt sich permanent in eine Richtung. Es wird immer kleine Richtungswechsel geben. Die Strategie verlangt die erfolgreiche Anwendung der Chartanalyse, womit sie sich vor allem für erfahrene Trader eignet. Die Anwendung dieser Strategie verlangt gewisse Intuition. Trader sollten über ein Gespür für Kurswechsel verfügen und Rückschläge gut verkraften können. In jedem Fall sinnvoll ist ein permanentes Money-Management.

 

 

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