Binäre Optionen scheinen als Trend gerade bei privaten Tradern voll im Kommen zu sein. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Produkte so simpel strukturiert sind, sondern auch daran, dass das Interesse durch den Online-Handel für Kapitalmärkte immer größer wird und auch den Otto-Normalanleger erreicht. Im Vergleich zu anderen Produkten haben binäre Optionen den Vorteil, eine Absicherung im Trade zu gewährleisten.

Da Trading auch viel mit Psychologie zu tun hat, kann der Händler durch die vielen Entscheidungen überfordert werden, so dass er dazu neigt viele Fehlentscheidungen zu treffen. So kann aus einem einzigen Trade ein viel höherer Verlust entstehen, als der vorherige Gewinn. Mit binären Optionen dagegen, kann der Händler seinen Verlust und den Gewinn immer konstant halten. Worum er sich bemühen muss, ist der gut getimte Einstieg und die Auswahl der Laufzeit. Doch das kann ihm ebenfalls ein guter Signaldienst abnehmen.

Trader, die den Handel nebenberuflich betreiben, haben in der Regel nicht so viel Zeit um Märkte täglich zu verfolgen, geschweige denn Nachrichten oder technische Setups zu suchen. Sie beziehen ihre Informationen daher oft in komprimierter Form entweder von anderen Analysten oder sogenannten Signalgebern. Letztere ist eine weiterentwickelte Form von Analysten, nur dass in diesem Fall nicht nur die Analysen extern erfolgen, sondern auch Handelssignale übermittelt werden.

Der Händler braucht in diesem Fall nichts weiter zu tun als auf das Signal zu warten und zum gegebenen Zeitpunkt binäre Optionen zu kaufen. Es sind in der Vergangenheit viele Handelssignalgeber auf den Markt getreten. Meist sind es ebenfalls Trader und Analysten, die sich damit ein Zubrot verdienen möchten. Eine weitere Variante der Signalgebung erfolgt über das Social Trading.

Signale erhalten und handeln

Sollte man sich für einen Signaldienstleister entscheiden, wird die Suche nicht einfach sein, denn es gibt etliche Anbieter. Der Händler sollte sich daher vorher erkundigen, welche Strategien der Signaldienst verfolgt und ob diese mit seinen individuellen Präferenzen konform gehen. Es nützt wenig, wenn man einen Day-Trader Signaldienst in Anspruch nimmt, der überwiegend zu Arbeitszeiten Signale generiert. Fatal wäre es auch, wenn man durch den Handel in seiner eigentlichen Arbeit behindert wird. Auch wenn man heutzutage mobil sehr gut handeln kann, so sollte man den Suchtfaktor dabei nicht unterschätzen. Ein Tipp am Rande wäre daher: Egal wie spannend das Ganze auch erscheint, alleine aus psychologischen Gründen, sollte man sich bei der Arbeit auf keinen Fall auf den Handel konzentrieren.

Verspricht der Dienst Handelssignale zu Abendstunden, so wäre dieser für einen nebenberuflichen Trader durchaus interessant. Auch die Handelsfrequenz sollte geringer sein in diesem Fall, womöglich zwei bis drei Signale in der Woche. Da die Laufzeiten bei binären Optionen fest sind, muss der Händler nur kaufen, sich aber nicht mit dem Ausstieg beschäftigen. Daher eignen sich für ihn Signaldienste, die Ausbruchs- und Trendfolgestrategien umsetzen.

Signale 1

Abb. Chart-Trends und Ausbrüche

Hat der Händler mehr Zeit, so kann er sich natürlich auf einen höher frequentierten Signaldienst fokussieren. Man sollte dennoch vorsichtig sein. Nicht jeden Tag sind die Märkte trendfähig und Signale-Anbieter, die mit täglich mehreren Handelssignalen werben, sollten zunächst mir Vorsicht genossen werden. Testen ist hier die Devise. Jeder Signaldienst sollte eine Testphase gewähren können.

Weitere Strategien, die mit Handelssignalen umgesetzt werden könnten sind:

  • Momentum-Strategien
  • Reversal-Strategien
  • Break-Out Strategien

Man sollte sich bei Handelssignalen überwiegend auf Anbieter fokussieren, die rein markttechnische Strategien verfolgen. Nur so geht man sicher, dass es feste Handelsregeln gibt. Strategien wie News-Trading erfordern oft flexible Entscheidungen, da Nachrichten überraschend anders als erwartet ausfallen können. Auch kann man nie wirklich wissen, wie Kurse auf Nachrichten reagieren werden.

Bei der Momentum-Strategie wird die Stärke des Trends genutzt. In diesem Fall werden Signale dann generiert, wenn sich ein Trend beschleunigt. Bezogen auf das obere Beispiel würden Signale dann erfolgen, wenn der Trend

  1. bestätigt wurde,
  2. ein Indikator die Trendstärke für ausreichend bemisst

Die Reversal-Strategie wird folgendermaßen umgesetzt. Der Trader hält Ausschau nach relevanten Top- oder Bodenbildungsformationen, auch Setups genannt. Stellvertretend dafür können entweder Doppel-Tops oder – Böden sein. Auch Schulter-Kopf-Schulter Formationen sind als Umkehrformationen bekannt. Identifiziert der Händler diese, so kann er ein Handelssignal an den Kunden weiterleiten. Das untere Chart zeigt diese Strategie beispielhaft für einen Rohöl-Trade in der letzten Woche.

Signale 2

Abb. Rohöl Chart

Break-Out Strategien sind zwar simpel, haben sich aber besonders im Day-Trading als äußerst beliebt erwiesen. An Ausbrüche schließen sich in der Regel dynamische Bewegungen an. Nicht jeder Ausbruch ist jedoch auch ein zuverlässiger Signalgeber. Fehlausbrüche kommen sehr oft vor. Die Kunst des Traders ist es daher zu erkennen, ob ein Fehlsignal wahrscheinlich ist oder nicht. Das sollte der Interessent von Signalen anhand der Trefferquote überprüfen.

Break-Outs können auf sehr viele unterschiedliche Arten gehandelt werden. Im Grunde genommen kommt es darauf an, aus welcher Phase der Kurs ausbrechen soll. Ist es ein bestehender Trend oder eine Seitwärtsphase? Diese Fragen stellt sich der Trader bevor er eine Strategie basierend auf Ausbrüchen entwickelt.

Signale 3

Abb. Chart-Break

Ein solcher Anbieter für Signale, ist der speziell auf binäre Optionen ausgerichtete Dienst signale.org. Nach einer Testphase, kann sich der Interessent für ein Premium-Abonnement entscheiden. Das Besondere ist: Eröffnet der Kunde ein Trading-Konto bei einem der Partner-Broker von signale.org, erhält der Kunde eine kostenlosen Zugang zum Premium-Signaldienst, da der jeweilige Broker die Kosten übernimmt.

Social Trading als Signalgeber

Auch das Social Trading ist unter Tradern lange bekannt. Allerdings weniger für binäre Optionen sondern für Produkte wie Forex oder CFDs. Beim Social Trading geht es nicht nur um reine Signale, sondern auch um die Möglichkeit des Nachhandelns. Wie funktioniert das genau?

Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen werden Trades auf Basis bereits eingegangener Positionen von einem anderen Trader nachgeahmt. Also eigentlich wie das Handeln nach Signalen, nur dass hier auch wirklich gehandelt wird, während man das bei reinen Signalanbietern ja nicht so genau weiss. Der Trader, der die Positionen nachahmt, muss also selbst den Handel übernehmen.

Die zweite Variante ist das automatisierte Nachhandeln. Wenn das System der Social-Trading Plattform das anbietet, können die Konten der beiden Trader miteinander verbunden werden, sodass ein Trade nach der Positionierung des ersten Händlers direkt danach erfolgt. Bei dieser Variante muss der zweite Trader also kaum mehr was tun. In der Regel verlangt der erste Händler eine Performance-Gebühr dafür, ähnlich einer Vermögensverwaltung. Man nennt diese Art von Trading auch das Copy-Trading.

Solche Plattformen gibt es bereits für diverse handelbare Produkte und es ist nicht auszuschließen, dass es diese auch für binäre Optionen gibt. Der Vorteil dabei ist, dass im Gegensatz zu reinen Signalanbietern, die Performance der Händler sichtbar ist, also man erkennen kann ob die Handelsentscheidungen desjenigen auch was taugen. Mittlerweile bieten einige Broker selbst solche Plattformen an.

Fazit- Von reinen Signaldiensten bis hin zum Social Trading für binäre Optionen

Wir fassen noch mal zusammen. Signaldienste für binäre Optionen können je nach Handelspräferenzen gut geeignet sein. Vorteile ergeben sich lediglich dadurch, dass man keine eigenen Analysen bewerkstelligen braucht. Den Handel muss man allerdings selbst ausführen. Bei der Auswahl nach geeigneten Handelssignalen sollte man folgende Punkte beachten:

  1. Erfahrungsberichte lesen
  2. Es sollte jedenfalls eine Testphase angeboten werden
  3. Vermeiden von Signalen, die hoch frequentiert sind (mehr als 10 pro Tag)
  4. Vermeiden von sehr kurzfristigen Optionslaufzeiten (unter 15 Minuten)
  5. Strategie sollte vom Anbieter offen gelegt werden
  6. Die Übertragung sollte sehr fix erfolgen und mit einem guten Vorlauf

Die meisten Anbieter lassen sich den Dienst meistens gut kosten. Da man nach einem guten Anbieter lange suchen muss kann das, wenn keine umfangreichen Testphasen angeboten werden, ganz schön in die Hose gehen und zwar nicht nur von den Kosten her, sondern auch hinsichtlich der Investitionen in die Trades. Vorsicht ist hier zwingend geboten.

Zu der hohen Frequenz haben wir uns weiter oben geäußert. Märkte generieren nicht per se Signale. Sie sollten daher skeptisch werden, wenn täglich mehr als zehn Signale versprochen werden. Auch zu kurze Laufzeiten eignen sich nicht wirklich für Signale. Die Reaktionsfähigkeit ist dabei meist aus unterschiedlichen Gründen begrenzt, man sitzt ja nicht die ganze Zeit da und wartet auf das Signal.

In der Regel sollte die Strategie transparent sein. Es ist zwar kein Muss, wenn eine passable Performance nachgewiesen werden kann, da der Händler jedoch selbst handeln muss, ist es für ihn von Vorteil die Strategie hinter den Signalen zu kennen. Und zu guter Letzt sollte die Übertragung fix von statten gehen, also möglicherweise mehrere Übertragungskanäle vorhanden sein, wie Email oder SMS.

Wer jedoch so gar nicht selbst handeln möchte, der kann auf die Social-Trading-Plattformen zurückgreifen. Hier kann man getrost handeln lassen. Nachdem man einen guten Händler mit einer nachgewiesenen Performance gefunden hat, kann man sein eignen Handelskonto anbinden und sich zurück lehnen. Die Vorteile liegen hierbei klar auf der Hand:

  1. Enorme Zeitersparnis
  2. Keine monatlichen Gebühren
  3. Gebühren für Signale fallen meist nur bei guter Performance an
  4. Strategien sind transparent
  5. Echte Trader denen gefolgt wird.