Der Handel von binären Optionen wird überwiegend auf Basis der technischen Analyse getätigt. Das liegt daran, dass kurzfristige Trends mit Hilfe der technischen Analyse besser in ihrem Verhalten eingeschätzt werden können als durch fundamentale. Diese sind im mittel-bis langfristigen Sinne vorteilhaft. Die wichtigsten Indikatoren für den hHndel Binärer Optionen haben wir für Sie in unserem Artikel zusammengefasst.

Die technische Analyse ist derweil ein breites Feld. Sie beschreibt die Analyse der Kurse und die Identifikation von technischen Setups, die Aufschluss darüber geben sollen

  • in welchen Zustand sich die Märkte befinden und
  • wie wahrscheinlich ist der weitere Verlauf.

Die Basis für die technische Analyse ist die visuelle Darstellung der Kurse. Vereinfacht werden Schluss- oder Eröffnungskurse miteinander verbunden. Das stellt dann die einfache Kurslinie dar. Will man Candle-Sticks berechnen, so sind Eröffnungs-, Schluss-, Tiefst-, und Höchstkurse in die Berechnung einzubeziehen.

Aus diesen Kursdaten lassen sich allerdings nicht nur Kurslinien oder Kerzen darstellen, sondern auch Indikatoren. Indikatoren sind im Grunde genommen eine andere Darstellung von Kursdaten. In diesem Sinne ist auch die einfache Kursdarstellung ein Indikator für zukünftige Kurse. Einige dieser technischen Indikatoren haben mehr, andere weniger Bekanntheit erlangt.

Welche Indikatoren sind für Binäre Optionen wichtig?

Technische Indikatoren lassen sich dabei in Kategorien einteilen.

  1. Trendfolgeindikatoren
  2. Momentum-Indikatoren
  3. Oszillatoren
  4. Volumen-Indikatoren
  5. Kurs-Indikatoren

Zu jeweils jeder Kategorie wollen wir die bekanntesten und gebräuchlichsten etwas näher vorstellen. Dabei gehen wir auf die Berechnung des Indikators sowie die Interpretationen ein und zeigen anhand eines Beispiels auf, wie die Anwendung erfolgen könnte. Beginnen wir mit einem Trendfolgeindikator.

Trendfolgeindikator Moving Average (gleitende Durchschnitte)

Die bekanntesten und gleichzeitig in der Berechnung einfachsten Indikatoren stellen die gleitenden Durchschnitte dar, auch Moving Averages genannt. Die Berechnung dieser Indikatoren ist einfach, da es sich dabei um Durchschnitte der Kurse, bezogen auf einen bestimmten Zeitraum handelt. Wird beispielsweise ein Zeitraum von 14 Tagen gewählt und der Durchschnitt im Tages-Chart berechnet, so wird ein Durchschnittskurs über den normalen Kursverlauf gezeichnet.

Die Funktion eines gleitenden Durchschnittes sollte klar sein. Er soll den Kursverlauf glätten und damit eindeutigere Tendenzen aufzeigen. Befindet sich der Kurs oberhalb der GDL, so geht man von weiter steigenden Kursen aus und andersherum. Optimiert werden die GDLs durch die Einstellungen der Periode. Ist die Periode sehr eng gewählt, so verläuft auch der GDL sehr eng am Kurs entlang.

In der Praxis hat sich die Anwendung dreier Perioden etabliert. Der 14er,50er und 200er GDL. Folgendes Chart zeigt beispielhaft die Anwendung der drei Indikatoren.

 

Indikator 1

 Abb. Drei Indikatoren

Man kann gut erkennen, dass die GDLs dem Kurs folgen. Sie sind eben Trendfolgeindikatoren. Dennoch, sollte man sie wie ebenfalls ersichtlich, nicht als extrem zuverlässige Indikatoren betrachten. Fehlausbrüche kommen in volatilen Phasen sehr oft vor, wie man sieht. Als Bestätigungen konnte man den 200er GDL jedoch recht gut nutzen, nämlich wenn auf einen falschen Durchbruch ein erneuter Retest kam und die Linie als Widerstand bestätigt wurde. Hier hätte man gut in die fallende Richtung handeln können.

Momentum Indikator RSI (Relative Stärke Indikator)

Momentum Indikatoren zeigen an, wie stark der aktuelle Trend ist. Sie sind eigentlich auch oft Oszillatoren. Der RSI Indikator wird ebenfalls recht einfach berechnet, allerdings ist er trotz seiner Einfachheit, ein durchaus praktikabler Indikator, der unter Tradern sehr beliebt ist. Er vergleicht die Stärke der Kursgewinne mit der Stärke von Kursverlusten, bezogen auf eine Handelsperiode.

Für die Berechnung werden zunächst zwei Summen gebildet. Nämlich eine Summe der Kurse an den Tagen an denen der Schlusskurs höher stand als am Vortag. Und eine Summe der Kurse an denen der Schlusskurs tiefer war als am Vortag. Danach wird für jede der Summen ein Durchschnitt gebildet. Um die relative Stärke zu erhalten wird im letzten Schritt noch der Durchschnitt der positiven Summe durch den Durchschnitt der negativen Summe dividiert.

Die Interpretation ist ebenfalls recht einfach. Der RSI Indikator kann den Trend entweder

  1. bestätigen oder
  2. eine Divergenz ausbilden.
  3. Darüber hinaus gelten Werte oberhalb 70 % als Überkauft-Zonen, während Werte unterhalb der  30 % als Überverkauft-Zonen gelten.

Im Handel haben sich besonders RSI-Divergenzen als zuverlässig erwiesen. Das folgende Chart zeigt eine Divergenz in Form eines tieferen Hochs im RSI, während der Gold-Kurs ein höheres Hoch ausgebildet hat. Wie das Ganze folglich ausging ist klar erkennbar.

 

Indikator 2

Abb. tiefes Hoch im RSI

Oszillator Stochastic Oszillator

Oszillatoren werden gerne im kurzfristigen Handel genutzt. Sie spielen nämlich ihre Stärken besonders in kurzfristigen Trends aus. Der Stochastic Oszillator, wie auch andere Oszillatoren, basieren auf der statistischen Annahme, dass Schlusskurse in Aufwärtstrends mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Nähe der Höchstkurse liegen und in Abwärtstrends in der Nähe der Tiefstkurse.

Für die Berechnung des Indikators sind zwei Linien ausschlaggebend. Die %K Linie. Diese wird bezogen auf eine Handelsperiode über die Differenz aus dem Schlusskurs und dem Tiefstkurs, dividiert durch die Differenz zwischen Höchst-und Tiefstkursen, berechnet. Die %D Linie ist ein gleitender Durchschnitt der %K Linie.

Die Interpretation des Indikators erfolgt über folgende Definitionen:

  1. Bereiche unter 20 und über 80 gelten als Extremzonen
  2. Signale werden jeweils dann gegeben wenn der Indikator die Extremzone verlässt
  3. Überkreuzungen der beiden Linien deuten ebenfalls Signale an
  4. Auch hier sind Divergenzen als zuverlässige Signale zu finden

Das folgende Chart macht deutlich, dass der Indikator in seiner Reinform extrem viele Fehlsignale erzeugt (siehe rote Kreise). Es ist daher zwingend notwendig den Indikator entweder in bestimmten Phasen zu nutzen oder mit Hilfe andere Indikatoren zu filtern. Der Indikator eignet sich beispielsweise für die Identifikation von Ausbrüchen nach anhaltenden Seitwärtsphasen.

 

Indikator 3

Abb. Abwärtschart - keine neuen Höchskurse

 Das Chart macht ebenfalls deutlich, dass sowohl der Kurs als auch der Stochastic Oszillator, keine neuen Höchstkurse erreichen konnten. Das war ein klares Indiz dafür, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch nach unten erhöht ist. Der Indikator hat in diesem Fall keine Divergenz sondern eine Bestätigung ausgebildet.

Volumenindikator OBV (On Balance Volume)

Beliebte Indikatoren sind unter anderem auch die volumenbasierten Indikatoren. Da das Volumen ein weiterer kursunabhängiger Parameter ist, sieht man diese Indikatoren als gute Ergänzung zu den rein aus dem Kurs berechneten Indikatoren.

Der On Balance Volume Indikator hat sich als simpel jedoch effektiv herausgestellt. Die Berechnung erfolgt folgendermaßen. Sofern die Kurse im Vergleich zum Vortag gefallen sind, wird das Volumen vom Indikator abgezogen. Steigen die Kurse wird das Handelsvolumen hinzuaddiert. Für den Indikator selbst wird als erstes ein fiktiver Wert genommen, sodass es sich in den darauffolgenden Berechnungen um reine Auf-oder Absummierungen handelt.

Die Interpretation des Indikators ist demnach selbsterklärend. Der Indikator sollte

  1. entweder einen Anstieg der Kurse bestätigen oder
  2. Schwächen früh genug mit Hilfe von Divergenzen offenbaren.

Das folgende Chart zeigt, dass der Indikator ziemlich nah dem Kurs folgt und Divergenzen wiedermal zuverlässig ausbildet. Der Handel erfolgt im Grunde genommen dann mit Hilfe technischer Setup-Definition. So kann man beispielsweise nach einer ausgebildeten Divergenz, einen Ausbruch aus einer relevanten Unterstützung handeln.

 

Indikator 4

Abb. Volumen Divergenz

Kurs-Indikatoren

Unter Kursindikatoren versteht man eine andere Darstellung der Kurse. Zwar sind technische Indikatoren ebenfalls eine andere Darstellung der Kurse, jedoch sind mit Kurs-Indikatoren keine optimierten Berechnungen gemeint, sondern die Anwendung von Hilfsmitteln wie etwa den Zig-Zag Linien. Solche Kurs-Indikatoren sollen dabei helfen technische Setups besser zu identifizieren. Das folgende Chart zeigt wie das Ganze in etwa aussehen kann.

 

Indikator 5

Abb. Abwärtstrend

 Die Zig-Zag Linien machen nichts anderes als Tiefs und Hochs miteinander zu verbinden. Dabei lassen sich recht schnell technische Muster erkennen, wie beispielsweise die SKS-Formation. Dieses Schulter-Kopf-Schulter Muster deutet auf Schwäche hin und wie deutlich erkennbar recht zuverlässig, denn der Kurs brach in Folge sehr stark ein.

Man kann die Zig-Zag Linien derweil auch mit anderen Einstellungen anwenden, sodass auch tiefer-oder höherliegende Tiefs und Hochs miteinander verbunden werden. Dabei lassen sich dann sogar auf kurzfristiger Basis leicht Muster erkennen. Der Handel kann dann wie auch im Fall vom OBV Indikator mit Hilfe einfacher technische Setups stattfinden, zum Beispiel nach Bruch der wichtigen Unterstützung.

Unser Fazit zu Binäre Optionen Indikatoren: auch im Verbund im Handel anwenden

Technische Indikatoren haben oft die Eigenschaft Stärken aber auch Schwächen je nach Marktphase auszubilden, siehe Stochastic Oszillator. Daher ist ein Filter notwendig. In der Regel behilft man sich dabei weiterer Indikatoren. Wir haben beispielhaft alle vorgestellten Indikatoren zusammen gefügt. So könnte ein Handelssystem darauf aufbauen.

  • Ein Kauf bzw. Verkaufssignal entsteht erst dann, wenn alle Indikatoren dafür sprechen

Indikator 6

Abb. Alle Indikatoren deuten auf Kaufsignal

In dem gezeigten Fall haben alle Indikatoren ein Signal zum Verkauf generiert. Aktuell scheint sich der Abwärtstrend weiter fortzusetzen. Den jüngsten Verfall im Preis haben jedoch nicht alle Indikatoren angezeigt.

Ein Trade wäre daher nach dem Handelssystem ausgeblieben, doch darum geht es im Trading. Selbst wenn der Trade vielleicht geklappt hätte, es geht darum nur die todsicheren Bewegungen mit zu nehmen.

Das Fazit lautet daher. Indikatoren sind nicht nur eine gute Ergänzung für die Analyse, sondern auch für die Entwicklung von Handelssystemen geeignet. Sie können entweder einzeln oder im Verbund dazu beitragen, dass der Handel erfolgreicher wird.

Dabei ist es wichtig zu erkennen wo die Schwächen eines Indikators sind und welche Stärken er hat. Trendfolgeindikatoren sind oft stark nachlaufend. Momentum-Indikatoren sind sehr gut darin aufkommende Schwäche anzuzeigen, während sie bei Bestätigungen mit den Kursen laufen.

Volumenindikatoren vereinen die Kursparameter mit dem zusätzlichen Parameter Volumen, sodass ein weiterer Wert in die Berechnungen kommt, während die Kurs-Indikatoren wie die Zig-Zag Linien oder andere Chart-Darstellungen bei der Suche nach zuverlässigen Setups helfen sollen. Alles in einem sollte man die genannten Indikatoren kennen, da sie in der Trading-Welt sehr bekannt sind.