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Der Handel von binären Optionen findet oft auf Basis der Chart-Analyse statt. Das liegt daran, dass zum einen die Laufzeiten kurz-bis mittelfristig sind, als auch die technische Analyse einfacher anzuwenden ist als andere Methoden. Die Chart-Analyse ist dabei mittlerweile so beliebt geworden, dass sie nicht nur von privaten, sondern auch von institutionellen Händlern genutzt wird. Dabei entsteht so etwas wie eine selbstprophezeiende Struktur in den Märkten. Dadurch, dass viele Händler bestimmte Zonen im Kurs sehen und diese auch nutzen, werden diese Strukturen alleine deshalb schon zuverlässiger. Andererseits verlieren gewisse Strukturen aufgrund des Wettbewerbs im Zeitverlauf an Zuverlässigkeit, weil viele Händler versuchen den bekannten Mustern und Strukturen zuvor zu kommen. In der Regel lässt sich die technische Chart-Analyse für den kurzfristigen Handel aber sehr gut nutzen.

Welche Charts sollten Anfänger kennen?

Um sich dem Thema anzunähern, sollte man sich über die folgenden Faktoren Gendanken machen:

  1. Welche Chartdarstellungen gibt es?
  2. Welche Periode soll das Chart darstellen?

Die Chartdarstellung ist das hauptsächliche Element in der Analyse. Denn ein Chart stellt ja nichts Anderes dar, als Kurse der jeweiligen Periode aneinandergereiht. Der Unterschied besteht darin, welche Kurse für die Berechnung in Frage kommen. Dabei sind folgende Kurse zu berücksichtigen:

  • Eröffnungskurs
  • Schlusskurs
  • Tiefstkurs
  • Höchstkurs

 

Chart 1

 Die obere Grafik zeigt die wichtigsten und bekanntesten der vier Darstellungsarten. Das Linien-Chart (links oben), das Kerzen-Chart (rechts oben), das Balken-Chart (links unten) sowie das Heikin-Ashi-Chart (rechts unten).

Das Linien-Chart

Wie die Bezeichnung schon richtig andeutet, werden hierbei entweder die Eröffnungs-oder Schlusskurse durch eine einfache Linie miteinander verbunden, sodass auch jetzt schon gewisse Muster erkennbar werden. Wie man jedoch auch an der oberen Grafik erkennen kann ist, dass die Muster entsprechend divergieren, denn das Linien-Chart berücksichtigt keine Höchst- und Tiefstkurse.

Ob der Händler diese für seine Analyse wirklich braucht, hängt von seinen eignen Präferenzen ab. Einige Analysten möchten das Chart bewusst einfach und simpel halten, sodass für sie nur die Eröffnungs- oder Schlusskurse wichtig sind. Ein Nachteil entsteht dadurch, dass keine Kurslücken dargestellt werden.

Das Kerzen-Chart

Auch das Kerzen-Chart spricht für sich selbst. Es ist unter Tradern die beliebteste Darstellung. Besonders im kurzfristigen Bereich wird es genutzt, denn Höchst- und Tiefstkurse stellen sowie Eröffnungs- und Schlusskurse, relevante Kurszonen dar, die es zu beachten gilt, siehe auch die divergierenden Muster in der Vergleichsgrafik. Die untere Grafik dagegen zeigt auf, wie so eine Kerze beschaffen ist.

Wie man deutlich erkennen kann, befinden sich Schlusskurse und Eröffnungskurse entweder oben oder unten am Kerzenkörper. Das hängt davon ab, in welchem Trend sich der Kurs über einen Zeitraum befindet. Stellt die vorherige Kerze fallende Kurse dar, so liegt der Eröffnungskurs der nachfolgenden Kerze oben und der Schlusskurs unten (es sei denn die Kerze schließt nach einer Umkehr oben), stellt die vorhergehende Kerze steigende Kurse dar, so befindet sich der Eröffnungskurs unten und der Schlusskurs oben (es sei denn die Kerze schließt nach einer Umkehr unten).

Das Balken-Chart

Das Kerzen-Chart wurde ursprünglich in Japan entwickelt, das Balken-Chart ist das europäische Pendent dazu. Auch das Balken-Chart stellt den Kurs samt Eröffnungs-, Schluss,- Höchst- und Tiefstkurs dar. Ebenso ist die Interpretation dieselbe nur, dass es sich hierbei um keinen Kerzenkörper handelt, sondern um Balken, bei denen die jeweiligen Kurse zur Seite abstehen.

Bei dem Balkenchart werden die Eröffnungskurse immer gegenüber den Schlusskursen der vorhergehenden Kerze angezeigt. Schloss der Kurs des Balkens höher als der Eröffnungskurs, so wird er rechts abgebildet, während der Eröffnungskurs der folgenden Kerze links absteht, siehe obere Grafik. Im Abwärtstrend verhält es sich genau anders herum, es sei denn eine Trendwende findet statt.

Das Balken-Chart hat zwar auch seinen Einzug in die gängigen Analyseprogramme gefunden, es ist dennoch weniger beliebt als das Kerzenchart. Vor allem aber, weil es aufgrund der sehr dünnen Darstellung der Balken, nur bedingt farbliche Abgrenzungen erlaubt. Bei der Interpretation gibt es jedoch kaum Unterschiede zum Kerzen-Chart.

Das Heikin-Ashi-Chart

Das Heikin-Ashi-Chart ist weniger bekannt. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung des Kerzen-Charts. Die Weiterentwicklung erfolgt in Form der Glättung des Kerzencharts. Somit sollen Trends bei umsatzschwachen Märkten besser dargestellt werden, also Kurslücken, oder Gaps geschlossen werden.

Kerzen werden durch Farben markiert. Nehmen wir beispielsweise an, eine Aufwärtskerze ist grün und eine Abwärtskerze rot. Dann würden im Vergleich zu normalen Kerzen die HASHI-Kerzen bei einem stärker werdenden Trend nicht nur größer, sondern auch ihre Farbe weiter beibehalten, während das normale Kerzen-Chart bereits eine Trendveränderung andeuten würde. Drüber hinaus haben HASHI-Kerzen sogenannte Schatten, die auf einen sich abschwächenden Trend hindeuten sollen.

 

Chart 4

 

Die Periode der Chartdarstellung

Als das zweitwichtigste Element in der Chart-Analyse, wird die gewählte Periode angesehen. Diese gibt nicht nur Aufschluss darüber wie sich der Kurs im gewählten Zeitraum verhalten hat, sondern auch wie zuverlässig die Kursstrukturen sind. Es gilt die Regel: Je länger der gewählte Zeitraum, desto zuverlässiger sind die technischen Setups und Kursstrukturen. Das heisst allerdings gleichzeitig, dass je kurzfristiger der Zeitraum, desto unzuverlässiger die Signale.

  • Monate (1)
  • Wochen (1)
  • Tage (1)
  • Stunden (4,1)
  • Minuten (30,15,5,1)
  • Ticks

Das stimmt, allerdings kann man diesen Nachteil gut umgehen, indem man die langfristigen Charts auch für den kurzfristigen Handel mit analysiert. Man identifiziert sozusagen zunächst die wichtigen Zonen auf langfristiger Basis, bevor man die Zonen auf der kurzfristigen Zeitebene findet. Wie das Ganze angewendet wird, erklären wir weiter unten.

Die wichtigsten Zeiträume sind Wochen, Tage, 4 Stunden, 1 Stunde, 30 Minuten, 15 Minuten, 5 Minuten, 1 Minute und Ticks. Normalerweise kommt man mit diesen Zeiträumen gut aus. Einige Anbieter ermöglichen auch individuelle Einstellungen.

Hat man beispeilsweise den Zeitraum 1 Tag (D1) gewählt, so stellt eine Kerze oder ein Balken jeweils den Kursverlauf eines Tages dar. Will man also kurzfristige Trends innerhalb eines Tages identifizieren, muss man nicht die Einstellung D1 wählen, sondern zum Beispiel M30. Im Falle des Linien-Charts werden im D1 Chart die Kurse des Tages davor mit dem Kurs des heutigen Tages miteinander verbunden.

Die Anwendung von Charts

Für den kurzfristigen Handel eignen sich die kurzfristigen Charts. Dennoch sollte, wie oben erwähnt, auch die Analyse der langfristigen Charts nicht fehlen, um Überraschungen aus dem Weg zu gehen. Denn nur, weil man im kurzfristigen Chart handelt, bedeutet es nicht, dass wichtige Zonen auf langfristiger Basis nicht existieren. Man sollte diese also ebenfalls kennen. Auch ist für den kurzfristigen Handel eher die Darstellungsform der Kerzen besser geeignet als beispielsweise das Linien-Chart.

Eine gängige Strategie für den Handel mit binären Optionen ist die Identifikation von möglichen Umkehrpunkten. Das hat folgenden Hintergrund: Da binäre Optionen an Laufzeiten gebunden sind, könnten bereits etablierte Trends einen Einstieg zu spät anzeigen, sodass die Wahrscheinlichkeit um in den „in the money“-Bereich zu kommen, geringer wird. Sollte sich der Trend erst am Anfang befinden, so ist die Chance dafür größer.

 

Chart 6

Fazit- Chartanalyse für binäre Optionen

Für den Handel nach der technischen Analyse, ist eine ausgereifte Analyse-Software auf jeden Fall zu empfehlen. Einfache und nur für die letzten paar Minuten dargestellten Kurse in Form von Linien, reichen für den erfolgreichen Handel definitiv nicht aus. Auch die meisten Binäre Broker Handelsplattformen erfüllen dieses Kriterium nicht. Sie sollten sich daher eine Analysesoftware parallel zur Handelsplattform anlegen.

Die vier Darstellungsarten sollte man auf jeden Fall kennen und je nach seinen eignen Präferenzen, sowohl die Darstellungsform als auch den Zeitraum wählen. Allgemein kann man sagen, dass die Kerzen- und Balken-Charts sich für den kurzfristigen Handel besser eignen, während die Linien- und das Heikin-Ashi-Charts eher für den mittel-bis langfristigen Handel besser geeignet sind.