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Jedes Portfolio muss unabhängig seiner bestehenden Positionen gegen unterschiedliche Risiken von Währungsrisiken (Kursschwankungen) über Ausfallrisiken (Insolvenz) bis Kursschwankungen abgesichert sein. Jeder professionelle Vermögensmanager betreibt Hedging, indem er sich gegen etwaige Risiken durch die Eröffnung von Gegenpositionen absichert. Binäre Optionen eignen sich als Absicherungsinstrument bei einer Vielzahl von Finanzmarktgeschäften wie zum Beispiel Aktien, Forex, CFD, Intradyhandel oder andere Termingeschäfte. Ein wesentlicher Grund ist die Gestaltung und die Flexibilität der binären Optionen.

Strategien und binäre Optionen

candleZu den bekannten Handelsstrategien bei binären Optionen gehören Volatilitätsstrategie, die Trendfolgestrategie und die Kontra Trend Strategie. Eine weitere Strategie nennt sich Absicherungsstrategie, bekannt auch unter der Bezeichnung Hedging-Strategie. Dabei handelt es sich nicht um eine richtige Binäre Optionen Strategie, mit der Gewinne erzielt werden. Vielmehr handelt es sich um ein Instrument, mit dem Händler eine Trading-Position kurzfristig abzusichern können. Das funktioniert bei Forex, Aktien oder binären Optionen. Bezeichnet wird diese Form der Absicherung als Hedging. Eine bereits längerfristig laufende Position wird gegen das Risiko eines kurzfristigen Kursverlustes abgesichert.

Die an den Finanzmärkten äußerst riskant und teilweise rücksichtslos spekulierenden Hedgefonds leiten ihren Namen vom englischen Wort „to hedge“ (absichern) ab. Mit Sicherheit sind diese Geschäfte kaum im Einklang zu bringen. Daher geht es bei der Absicherungsstrategie bzw. Hedging-Strategie mit binären Optionen nur darum, das Risiko beim eigenen Finanzhandel zu minimieren.

Bei der Absicherungsstrategie steht keinesfalls die Maximierung des Profits im Vordergrund, sondern die Absicherung bestimmter Positionen. Im Ergebnis dessen sollen auflaufende Gewinne gesichert oder Verluste begrenzt werden.

Wenn der Trader einen Hedge verwendet, geschieht das im Allgemeinen in Verbindung mit bereits vorhandenen Positionen wie Forex, Aktien oder binären Optionen. Mit dem Hedge erreicht man eine Diversifikation des Portfolios zur Risikosenkung.

Auch wenn binäre Optionen zu den eher noch jungen Finanzderivaten gehören, gibt es derivative Finanzinstrumente schon sehr lange. Eng verbunden mit der Erfindung der Finanzderivate ist die Herstellung der Preissicherheit. Bekannte Derivate sind Futures (Kauf- oder Verkaufspflichten) und Optionen (Kauf- oder Verkaufsrechte). Futures als Put-Option (Verkäufer) oder Call-Option (Käufer)wurden bereits im Japan des 17. Jahrhundert an der Reisbörse gehandelt. Käufer bzw. Verkäufer sicherten sich einen bestimmten Preis in der Zukunft.

Während in der Landwirtschaft vor allem Futures bzw. unbedingte Termingeschäfte zum Einsatz kamen, entwickelte man für den Finanzmarkt später die Optionen bzw. bedingte Termingeschäfte. Bei der beliebten Option besteht immer nur eine Kauf- oder Verkaufsmöglichkeit, die der Inhaber in Anspruch nehmen kann, aber nicht muss. Sie kann der Händler auch einfach wertlos verfallen lassen, wenn die prognostizierte Kursentwicklung nicht eintrifft.

Das Prinzip Hedging

chart1Hedging, bekannt als Absichern durch die Eröffnung einer Gegenposition, funktioniert sehr einfach. Damit der Hedge auch von der Ertragsseite her erfolgreich ist, muss man einiges beachten. Einfach gleichzeitig eine Call und Put Position zu kaufen, reicht nicht aus.

Der Trader kauft bei seinem Broker bzw. bei verschiedenen Brokern eine Call und eine Put Option. Er platziert auf das USD/EUR Währungspaar jeweils 100 Euro auf Steigen und Fallen des Paares. Binäre Optionen Broker zahlen in der Regel zwischen 165 und 90 Prozent des Einsatzes aus. Einige bieten eine Verlustabsicherung bis 25 Prozent des Einsatzes an. Allerdings wird die mögliche Gewinnquote dadurch eingeschränkt. Wer mit einer mit einer 10 Prozent Verlustabsicherung handelt, erhält im Gewinnfall meist nur 70 Prozent Rendite plus Einsatz ausgezahlt. Beim Verfall liegt der Händler mit einer Position richtig und mit der anderen falsch.

Jeweils 100 Euro pro Option eingesetzt, ergibt einen Gesamtbetrag von 200 Euro. Auf die gewonnene Position gibt es eine 80 Rendite. Die verlorene Position bringt 0 Euro. Somit steht dem Einsatz und Ertrag im Endeffekt ein Minus von 20 Euro gegenüber. So sieht kein erfolgreiches Hedging aus. Doch das Prinzip des Hedgens wird einfach deutlich.

Hedging mit binären Optionen

Binäre Optionen können zum einen miteinander gehedgt werden. Eine andere Möglichkeit ist die Absicherung eines Investment wie Aktie oder Forex mit einer binären Option. Beim Hedging von Binären Optionen wird mit verschiedenen taktischen Ansätzen gearbeitet: die Zwillings-Option und das Pairing.

Die Zwillingsoption

Wie der Begriff Zwilling vermuten lässt, handelt es sich um zwei gleichartige gleichzeitig gekaufte Optionen auf den gleichen Basiswert, mit gleichem Verfall und gleicher Rendite. Der wesentliche Unterschied zwischen beiden besteht im Call und Put. Nach dem Kauf dieser Optionen wird die Entwicklung eine gewisse Zeit beobachtet. Ist sich der Trader darüber klar geworden, ob der Kurs steigen oder fallen schlussendlich fallen wird, schließt er seine zweite Position vorzeitig, wofür er einen Teil seines Investments zurückerhält.

Endet die gehaltene Option beim Verfall im Geld, werden beide Rückzahlungsbeträge addiert. Erhält man eine Gesamtsumme, die den bei der früher geschlossenen Option gemachten Verlust übersteigt, ist das der eigene Gewinn.

Der Erfolg einer Zwillingsoption hängt von einigen Vorbedingungen ab. Einfache Call und Put Optionen eignen sich nur dann, wenn der Broker eine Funktion zum vorzeitigen Schließen anbietet. Außerdem müssen die erzielten Gewinne in jedem Fall über dem Einsatzverlust liegen. Der Trader steht vor der Aufgabe, die Verliererposition richtig zu timen. Gelingt das nicht, sind Verluste die Folge.

Das Pairing

Beim Pairing werden binäre Call und Put Optionen nicht gleichzeitig, sondern nacheinander gekauft. Die weitere Verfahrensweise gleicht dem der Zwillingsoption. Basiswert, Laufzeit und Rendite sind gleich. Bei der Absicherung mit Pairing lässt der Trader einer Position den Vortritt. Er verfolgt die Entwicklung und setzt dann mit der anderen Position nach. Das ermöglicht ihm, sich gegen einen größeren Kursrücksetzer abzusichern und möglicherweise seinen Gewinn zu erhöhen.

Folgendes Szenario soll als Beispiel dienen: Der Trader kauft 10.00 Uhr für 100 Euro eine Call Option auf Gold, genau 1.100 US-Dollar pro Feinunze mit einem Verfall zum Ende des Handelstages und einer Rendite von 75 Prozent. Bis 14.00 Uhr bewegt sich der Kurs auf 1.108 US-Dollar. Danach stagniert der Preis, beginnt leicht zu sinken. In diesem Moment kauft der Trader für wiederum 100 Euro einen Put bei 1.108 US-Dollar mit Verfall bei Handelsschluss und 75 Prozent Rendite. Sinkt der Goldpreis bis Ende des Handelstages nun etwas und die Optionen laufen zwischen 1.100 und 1,008 zu im Geld aus und kassiert er doppelt. Fällt der Kurs bis zum Verfall auf unter 1.100 US-Dollar geht die Call Option verloren, die Put Option gewinnt. Den 75 Euro Gewinn aus der Put Option steht ein Verlust von 100 Euro aus der Call Option gegenüber. Im anderen Fall eines Kursanstiegs über 1.100 sorgt die Call Option für einen Gewinn von 75 Euro für eine gewisse Verlustbegrenzung der 100 Euro Einsatz aus dem Put.

Hedging von Forex-Geschäften

Die Einsatzmöglichkeiten zum Hedging mit binären Optionen sind nicht auf binäre Call/Put Optionen beschränkt, denn binäre Optionen können als Hedging-Instrumente für Finanzanlagen wie Aktien und Forex verwendet werden.

Wie sieht die Absicherung einer Forex Position bzw. Währungsspekulation mittels einer binären Option aus? Der Devisenmarkt befindet sich in ständiger Bewegung, wobei die Kurse unterbrochen Auf und Ab gehen. Nicht wenige Trader sichern ihre Positionen gegen das Risiko eines Verlusts ab. An einem Beispiel soll dieser Vorgang verdeutlicht werden.

Ein Trader hält eine Long-Position US-Dollar gegenüber Euro, setzt auf einen steigenden US-Dollar. Die Margin oder Hinterlegungssumme beträgt 1.000 Euro, die ihm einen hundertfachen Hebel ermöglicht und er mit 100.000 Euro spekuliert. Der US-Dollar hat nach einer Woche 200 Pip (0,0200) gewonnen und steht nun bei 0,97. Damit ergibt sich ein Buchgewinn von 2.000 Euro. Der Trader muss nun entscheiden: Verkaufen (Position schließen) und mit dem bis dato erzielten Profit Vorlieb nehmen, oder die Position bei Hoffnung auf eine weitere Kurssteigerung und Einnahmen offen lassen. Der bisher angesammelte Gewinn wird mit einer binären Option abgesichert. Die Absicherung gibt es in zwei Varianten: als konservativen und aggressiven Hedge.

Der konservative Hedge

Der Trader kauft eine binäre Put Option über 2.000 Euro mit einer feststehenden Rendite von 80 Prozent. Sollte der Kurs des US-Dollar nun um 100 Pips fallen, macht er bei der Forex-Position einen Verlust von 1.000 Euro. Mit der binären Option erzielt er einen Gewinn von 1.600 Euro, sodass er insgesamt 600 Euro netto Gewinn macht. Gibt der US-Dollar-Kurs weiter nach und endet bei 0,96, wird die Forex-Position mit einem Verlust von 1.000 Euro bezogen auf den Buchgewinn bei Kauf der Option geschlossen. Die binäre Option sorgt für Einnahmen von 1.600 Euro, der Gewinn aus dem Forex-Trade beträgt 1.000 Euro. Die Absicherungsstrategie mit einer binären Option führt zu einer Erhöhung der Einnahmen auf insgesamt 2.600 Euro. Ohne Absicherung wären es nur 1.000 Euro.

Der aggressive Hedge

Höhere Gewinnchancen bei einem steigenden Risiko bietet der aggressive Hedge mit einer Optionsart aus dem High Yield Bereich. Die möglichen Renditen steigen bei One Touch Optionen auf 500 Prozent und mehr. Ein Gewinn wird dann ausgezahlt, wenn der Kurs des Basiswertes eine vorgegebene Kursgrenze einmalig berührt.

Der Trader eröffnet zur im Beispiel aufgeführten Forex Position eine One-Touch Position mit einem Zielkurs von 150 Pips unter dem aktuellen Markpreis von 0,97 mit einer Rendite von 300 Prozent. Bei einer Handelssumme von 1.000 Euro beträgt sein Gewinn 3.000 Euro, falls seine Touch Option im Geld landet. Fällt der US-Dollar nun auf 0,95 verliert die Forex-Position 2.000 Euro. Da die binäre Option erfolgreich endet, realisiert der Trader einen Gewinn 3.000 Euro. Seine Absicherungsstrategie ist erfolgreich und sichert ihm einen Gewinn von 1.000 Euro.

Ein Hedge mit der One Touch Option hat den Vorteil, besteht darin, dass ein einmaliges Berühren der Kursgrenze für eine Gewinnrealisierung ausreicht. Der Kurs kann danach die Richtung wechseln, sodass sich der Verlust der Forex Position vermindert oder in einen Gewinn umschlägt. Es gibt einen wesentlichen Nachteil: Wenn der Kursrückgang weniger als 150 Pips beträgt, ist der Einsatz der binären Option weg und der Forex Verlust kommt hinzu. Außerdem sorgen die kurzen Laufzeiten dafür, dass die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten der Prognose gering ist. Bei einem aggressiven Hedge geht der Trader ein ordentliches Risiko ein.

Fazit zur Absicherungsstrategie bei binären Optionen

Mit einer Absicherungsstrategie lassen sich auflaufende Gewinne sichern, Verluste begrenzen oder zusätzliche Einnahmen generieren. Binäre Optionen werden wegen ihrer Vorteile (flexible Laufzeit, geringe Mindesteinzahlung, gebührenfreier Handel) gern zur Absicherung von anderen Finanzinstrumenten herangezogen. Die Laufzeiten binärer Optionen reichen von 60 Sekunden über einige Minuten bis zu 12 Monaten, sodass Kursschwankungen gut abgesichert werden können.

 

 

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